Shiquiling Fort (獅球嶺砲臺) in Keelung – das kleinste Fort mit dem besten Blick auf Keelung City

Nach langer Pause geht es weiter mit der Serie über die Festungsanlagen in Keelung. In früheren Artikeln habe ich schon etwas allgemein über die Festungen geschrieben (Die Festungsanlagen von Keelung) und auch bereits das Ershawan Fort etwas detaillierter vorgestellt (Ershawan Fort (二沙灣砲臺) in Keelung). Diesmal geht es ganz in den Süden von Keelung zum Shiquiling Fort.

Das Shiquiling Fort befindet sich an der südlichen Bergkette die Keelung umrahmt und thront über dem Tunnel des Freeway Nr. 1, der so etwas wie das Stadttor zu Keelung ist. Übrigens leitet sich der Name Keelung (基隆) von Kelang (雞籠) ab, so haben Taiwaner die Stadt lange genannt, und bedeutet wörtlich Hühnerkäfig. Auf Wikipedia  ist die Geschichte des Namens etwas ausführlicher dargestellt.

Die Anlage wurde während des Chinesisch-Französischen Krieges zwischen 1884 und 1885 errichtet. Von dieser Stelle hatte und hat man über den Hafen von Keelung und große Teile der Stadt einen ausgezeichneten Überblick. Aufgrund seiner exzellenten Lage, konnte das Fort mit wenig Aufwand gegen die Angriffe der französischen Truppen verteidigt werden. Daneben hatte das Fort auch einen psychologischen Effekt, da es von der Seeseite und der Stadt nicht sichtbar war, kamen Angriffe aus dem Fort quasi aus dem Nichts. Neben der Verteidigung von Keelung und dem Hafen, spielte das Fort auch eine wichtige Rolle bei der Kontrolle der südlichen Region und sicherte so den Zugang nach Badu und Tamsui.

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Blick vom Fort auf Keelung (für eine größere Ansicht auf das Bild klicken)

Ursprünglich war das Fort wohl in zahlreiche kleinere Stellungen entlang der Bergkette aufgeteilt. Heute ist nur noch eine Kanonenstellung erhalten. Angeblich kann man noch weitere kleinere Stellungen in den Bergen finden.

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Reste der Kanonenstellung

Das Fort, oder das was heute noch erhalten ist, ist sehr klein. Dagegen sind das Ershawan und Dawulun Fort riesig. Dafür bietet das Shiquiling Fort eine spektakuläre Sicht nach Norden auf Keelung und auch nach Süden Richtung Taipeh. Der Weg zum Fort bietet schon einige interessante Dinge und die Umgebung eignet sich für eine weitere ausgedehnte Wanderung. Leider war es bewölkt und etwas regnerisch als ich dort war. Das Wetter war zwar perfekt zum Wandern, aber eben nicht perfekt zum Fotografieren. Daher sind die Fotos hier diesmal leider etwas grau.

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Was noch vom Fort übriggeblieben ist

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Neben der alten Kanonenstellung befindet sich dieser Bunker, der aber aussieht als hätte ihn Chiang Kai-shek bauen lassen.

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Das Schild weist den Weg zu weiteren Anlagen, die aber irgendwo im dichten Wald versteckt waren.

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Die Wege führen durch üppiges Grün.

Anreise und was es sonst noch zu sehen gibt

Das Fort zu finden ist etwas knifflig, da der Weg nicht gut ausgeschildert ist. Hier beschreibe ich meinen Weg von der westlichen Seite. Eventuell gibt es noch alternative Wege zum Fort, z.B. von der östlichen Seite kommend könnte es einen Weg geben.

Ich habe am Keelung City Ren-ai District Office (仁愛區公所) geparkt, welches sich auch als gutes Ziel für das Navi anbietet.

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Von dort läuft man dann nur wenige Meter unterhalb des Freeway 1 Richtung Süden zum Eingang. Der befindet sich rechts von der gelben Wand und wird durch einen metallenen Torbogen markiert.

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Am Eingang findet man eine schematische Karte und einige Fotos von Tempeln die man auf dem Weg zum Fort besichtigen kann und auch Bilder vom Fort selber.

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Jetzt läuft man den Berg rauf und immer parallel zum Freeway 1.

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Nach etwa 200 Metern erreicht man den ersten Tempel an dem man auch weitere Hinweisschilder findet.

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Hier befindet sich jetzt auch eine Zufahrt vom Freeway 1. Wenn man nicht den gesamten Weg zum Fort laufen möchte, kann man hier mit dem Auto abbiegen und bis zu einem Parkplatz fahren, der sich unterhalb des Ping-An Tempels (平安宮) befindet.

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Wer mit dem Auto näher ans Fort fahren will, muss kurz vor dem Tunnel abfahren.

Aber hier geht es weiter zu Fuß. Durch das Tempel-Tor hindurch und kurz dahinter ist auf der rechten Seite eine kleine Straße an deren Ende sich Treppen befinden. Da geht es dann hoch.

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Am Ende der Treppen erreicht man diesen verfallenen und überwachsenen Schrein…

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…und dieses ziemlich auffällige Gebäude.

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Hier hält man sich rechts und es geht weiter den Berg hoch über diese Treppen.

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Am Ende der Treppen sieht man auf der rechten Seite den Ping-An Tempel (平安宮), dessen Besuch sich unbedingt lohnt. Und auf der linken Seite …

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Auf dem Tempeldach ist ganz schön was los.

… befindet sich dieses Eisentor.

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Dort hindurch und immer geradeaus den Berg hoch, nach etwa 400 Metern erreicht man das Fort.

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